Mammografie gefährlich

Häufig verwendete CAD-Mammografie spürt invasiven Brustkrebs nicht auf, verursacht unnötige Untersuchungen und Stress

S. L. Baker

Die CAD-Technologie (computer aided detection, computerassistierte Detektion), mit der Mammografie-Aufnahmen analysiert und verdächtige Bereiche für eine Überprüfung durch den Radiologen markiert werden, wird überall angepriesen und den Frauen als Verfahren, mit dem ein invasiver Brustkrebs in einer Mammografie sicher aufgespürt werden kann, geradezu aufgedrängt. Sie hat sich zu einer riesigen Industrie entwickelt, die in der Gesundheitsfürsorge zusätzliche Kosten in Millionenhöhe verursacht.

Das Problem ist nur: Die CAD funktioniert nicht – und zwar überhaupt nicht. Obwohl sie inzwischen in den USA bei der großen Mehrzahl der Mammografie-Screenings angewandt wird – was (laut einer 2010 im Journal of the American College of Radiology veröffentlichten Studie) die staatliche Krankenversicherung Medicaid jährlich über 30 Millionen Dollar zusätzlich kostet –, zeigt eine neue Untersuchung durch Wissenschaftler der University of California at Davis (UC Davis), dass die teure Technologie beim Aufspüren von Brusttumoren nicht effektiv ist.

In einem ist sie dagegen höchst erfolgreich:

Sie verursacht enormen Stress, denn sie erhöht das Risiko, dass eine Frau nach einer CAD-Analyse einer Mammografie-Aufnahme erneut zu weiteren kostspieligeren Untersuchungen einbestellt wird.

Bei der neuen Studie, die soeben im Journal of the National Cancer Institute veröffentlicht worden ist, wurden anhand von Daten des Breast Cancer Surveillance Consortium 1,6 Millionen Mammografie-Aufnahmen analysiert. Unter dem Titel »Wirksamkeit von computerassistierter Detektion in der allgemeinen Mammografie-Praxis« [Effectiveness of Computer Aided Detection in Community Mammography Practice] wurden in der Studie Mammografien aus Screening-Programmen untersucht, die im Zeitraum von 1998 bis 2006 in 60 Mammografie-Einrichtungen in sieben US-Bundesstaaten an 680.000 Frauen durchgeführt worden waren.

Die Ergebnisse werden als die bislang eindeutigsten Erkenntnisse in der Frage beschrieben, ob dieses höchst populäre Mammografie-Werkzeug Krebs in der Brust effektiv erkennt. Die Erkenntnis? CAD ist Zeit- und Geldverschwendung.

Die Rate falsch-positiver Einschätzungen stieg von 8,1 Prozent der CAD auf 8,6 Prozent nach Einführung der CAD in den an der Studie beteiligten medizinischen Zentren. Darüber hinaus war die Erkennungsrate von Brustkrebs sowie von Stadium und Größe der Brusttumoren ähnlich – ob die CAD eingesetzt wurde oder nicht.

http://vude.de/s/heilen-verboten

http://vude.de/s/heilen-verboten

»In der täglichen Praxis erhöht die CAD die Wahrscheinlichkeit, dass eine Patientin aufgrund falsch-positiver Ergebnisse unnötigerweise erneut für zusätzliche Untersuchungen einbestellt wird, ohne erkennbaren Nutzen für die Frau«, erklärte Joshua Fenton, Assistenzprofessor der Abteilung Family and Community Medicine an der UC Davis in einer Pressemitteilung. »Bösartige Brusttumoren wurden in einem ähnlichen Stadium und bei ähnlicher Größe erkannt, unabhängig davon, ob die Radiologen die CAD einsetzten oder nicht.«

Es ist nicht das erste Mal, dass der Nutzen der CAD-Technologie von Forschern in Zweifel gezogen wird. Die aktuelle Studie folgt auf eine frühere Untersuchung über die computerassistierte Mammografie, deren Ergebnisse Dr. Fenton 2007 im New England Journal of Medicine veröffentlicht hatte.

Diese Überprüfung der Resultate des Mammografie-Screenings an 43 Einrichtungen, von denen sieben die CAD nutzten, ergab, dass die CAD sogar mit einer verminderten Genauigkeit von Mammografie-Aufnahmen aus Screenings einherging und dass es bei der Detektionsrate von invasivem Brustkrebs keine Unterschiede gab.

»In der gegenwärtigen Studie haben wir eine neuere Technik mit einer größeren Erhebungsauswahl und über einen längeren Zeitraum untersucht«, erklärte Fenton in seiner Pressemitteilung. »Zum ersten Mal haben wir auch Krebsstadium und -größe mit einbezogen, die wichtig für die Einschätzung sind, wie CAD die langfristige Entwicklung von Krebserkrankungen, wie die Mortalität, beeinflussen kann.«

CAD-Software wurde 1998 erstmals von der US-Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration zugelassen, sie wird jedoch in größerem Umfang erst eingesetzt, seit Medicare ab 2001 die Kosten für die Anwendung übernahm. Laut Medicare-Daten von 2009 bedeutet der Einsatz von CAD Mehrkosten von 12 Dollar pro Mammografie (rund 81 Dollar für eine Film-Mammografie und 130 Dollar für eine digitale Mammografie), das sind neun bis 15 Prozent höhere Kosten durch den CAD-Einsatz. (Quelle)

[Post to Twitter] Tweet This Post 

Kommentieren

Gratis Tipps & Tricks

Informieren Sie sich kostenfrei und unverbindlich über die Gefahren in Alltagsprodukten und holen Sie sich JETZT Ihr Geschenk!

Anrede
Vorname
Email

*Selbstverständlich geben wir Ihre Daten nicht an Dritte weiter! Virtueller DATENSCHUTZ für Sie!

Nur für Frauen
Trinkwasserfilter

NetworkedBlogs
Blog WebMastered by All in One Webmaster.

Tweet This Post links powered by Tweet This v1.4.1, a WordPress plugin for Twitter.